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Wie alles begann...

Vereinsgeschichte gekürzt, zum Teil an Hand von Auszügen aus der  Chronik, Auflistung der Spartenarbeit und des geschäftsführenden Vorstandes.

Das Vereinsmotto lt. Chronik:
Geschlechter kommen, Geschlechter gehen, unser Schützenverein darf nie untergehen.

Am 23. August 1952 wurden von Fritz Kobbe alle Freunde des Schießsports zwecks Gründung eines Schützenvereins in die Gaststätte „Zum alten Kanal“ eingeladen. 32 Interessenten fanden sich ein, davon erklärten sich 28 zum Beitritt bereit. Unter Leitung von Fritz Kobbe wurde die Wahl des 1. und 2. Vorsitzenden sowie des Schatzmeisters und 1. Schriftführers vorgenommen.

Der Aufnahmebetrag wurde auf eine Höhe von 3,--DM und der monatliche Beitrag auf 1,--DM festgesetzt.

Am 14. September 1952 wurden in der Versammlung im Lokal “Cafe Steindamm“ folgende Vorstandsmitglieder bestätigt:

1. Vorsitzender Willi Finke
2. Vorsitzender Friedrich Meyerhoff
1. Schriftführer Wilhelm Stolte
1. Schatzmeister Wilhelm Länge

Der 1. Vorsitzende übernahm die Leitung der Versammlung und stellte folgende Schützenbrüder zur Wahl: als Kommandeur Alfred Vespermann, als stellvertretenden Kommandeur Friedrich Meyerhoff, als Ehrenmajor Fritz  Kobbe, als Oberleutnant August Linneweh, als 1. Schießmeister Karl Hofmann und als 2. Schießmeister Hermann Wolff. Sämtlich Vorgeschlagene wurden einstimmig gewählt und bestätigt.

Die Versammlung einigte sich für die Aufnahme des Schießsportes und Ausschießen des 1. Schützenkönigs und Vizekönigs auf den 12. Oktober 1952. In dieser Versammlung meldeten sich 14 Personen zur Neuaufnahme, so dass der Verein 42 Mitglieder zählte. Zum Königsschießen am 12. Oktober waren sämtliche Mitglieder erschienen. Die Bedingung war: 1 Schuss stehend freihändig.

Aus diesem Schießen gingen als beste Schützen und somit als Könige hervor:

Friedrich Meyerhoff – Hauptkönig – mit dem Beinamen „Friedrich der Erste“
und Alfred Vespermann – Vizekönig – mit dem Beinamen „Alfred der Gutmütige“

Nach einem großen Festumzug, an dem sich die Wietzenbrucher Bevölkerung rege und mit Begeisterung beteiligte, wurden die Königsscheiben an den Residenzen angebracht. Anschließend fand ein großer Festball im „Cafe Steindamm“ statt.

Am 20. April 1953 wurde in der Gaststätte „Alter Kanal“ eine Versammlung zwecks Gestaltung unseres 1. Schützenfestes und der Fahnenweihe anberaumt. Festgelegt wurde, dass jedes Jahr am ersten Sonntag im Juli unser Schützenfest stattfinden soll. Von der Stadt Celle wurde uns hierfür auf 10 Jahre der herrliche Rasenplatz am „Alten Kanal“ unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Durch die Fahnenweihe wurde das Schützenfest unter Mitwirkung vieler Vereine aus Stadt und Land zu einem großen Erfolg. Herr Oberstadtdirektor Dr. Krohn würdigte in seiner Ansprache die Tatkraft unseres jungen Vereins und übergab einen namhaften Geldbetrag zur Förderung des Schießsports. Herr Stadtbaurat Wilkens, Hauptschaffer der Vereinigten Celler Schützengesellschaften, nahm die Fahnenweihe vor. Anschließend fand ein großer Festumzug durch ganz Wietzenbruch statt.
Nach dem Umzug  war der Bevölkerung durch ein großes Festzelt von über 1.200 qm und 17 Schaustellern  reichlich Gelegenheit gegeben, ihren Vergnügungen  nachzugehen. Sechs Tage lang stand der Stadtteil Wietzenbruch unter dem Motto „Jubel, Trubel, Heiterkeit“. Von dem, was unser Schützenplatz bot, machten Alt und Jung reichlich Gebrauch.

Am 3. Schützenfesttage wurden die neuen Könige ausgeschossen. Die Bedingung war: 3 Schuss Kleinkaliber sitzend aufgelegt auf 10er Ringscheibe. Bester Schütze und somit König für das Jahr 1953/54 wurde Fritz Gronholz mit 30 Ring. Um 19.00 Uhr fand die Königsproklamation statt und anschließend das Anbringen der Königsscheibe am Hause „Seiner Majestät“. Am gleichen Tage wurde den circa 600 bis 700 Kindern vom Stadtteil Wietzenbruch mit Milch, Kuchen, Süßigkeiten und mit Freifahrten für alle Fahrgeschäfte eine Freude bereitet. Damit wir Schützenbrüder nach all den anstrengenden Tagen einige gemütliche Stunden mit unseren Frauen verleben konnten, wurde am Mittwoch ein Festessen mit anschließendem geschlossenen Ball veranstaltet. Nach dem Essen wurde der Heringskönig ausgeschossen. Bedingung: 1 Schuss stehend freihändig mit Luftbüchse auf 10er Ringscheibe. Schlechtester Schütze und somit Heringskönig war Wilhelm Länge. Die letzten beiden Tage, Sonnabend und Sonntag, wurden besonders stark besucht, so dass unser erstes Schützenfest auch kassenmäßig ein voller Erfolg war.

In der Generalversammlung am 24. Januar 1954 im Lokal „Cafe Steindamm“ wurde vom 1. Vorsitzenden der Schießstandbau vorgeschlagen, um das Schießen nicht nur für Luftbüchse, sondern auch für Kleinkaliber usw. zu fördern. Einstimmig wurde der Bau einer Schießanlage von drei Ständen mit Schießhalle genehmigt. Das Grundstück für die Schießanlage wurde vom Bauern Eitel Thomas auf 50 Jahre mit Vorkaufsrecht gepachtet und die jährliche Pacht auf 20 Jahre im Voraus in Höhe von jährlich 25,--DM bezahlt. Jeder Schützenbruder leistete einen Pflichtanteil von 10,- DM und 50 Arbeitsstunden oder für jede nicht geleistete Arbeitsstunde 1,- DM. Am 13. März 1954 wurde mit dem Schießstandbau begonnen.

Die Hambührener Schützenbrüder stifteten uns als Nachbarverein hierfür das gesamte Bauholz. Durch die tatkräftige Unterstützung aller Schützenbrüder war es uns möglich, den Schießstandbetrieb noch vor unserem Schützenfest auf zunehmen und den neuen König auf eigenen Schießständen auszuschießen.

In der Versammlung am 11. Juni 1954 wurden vom Kommandeur zum Leutnant befördert: Karl Rost - Zugführer - und  Ernst Kobbe - Adjutant -. In der Versammlung am 12. August 1955 im  Lokal  "Alten Kanal" wurde einstimmig die Schieß-standeinweihung auf den 17. September 1955 festgelegt. Am 21. Januar 1956 fand die Generalversammlung im Lokal "Alter  Kanal" statt. Unter der Leitung von Karl Knabe wurde der gesamte Vorstand sowie das Offizierskorps neu gewählt; die Wahlen wurden geheim durchgeführt. Mit einer Gegenstimme wurde der 1. Vorsitzende Willi Finke wiedergewählt.

Mit Stimmenmehrheit wurden gewählt zum:

Schatzmeister           Wilhelm Länge
1. Schriftführer         Jakob Bauer
2. Vorsitzender         Friedrich Meyerhoff
Oberschießmeister    Karl Hofmann (ehrenhalber)
Oberschießmeister    Wilhelm Fischer
2. Schriftführer         Fritz Oevermann
2. Schatzmeiseter     Fritz Gronholz
Schießmeister          Hermann Wolff

Schießmeister           Hans Hille
Schießmeister           Franz Jokiel
Schießmeister           Max Streit
Schießmeister           Karl Denecke
Waffenwart             Walter Pirsich
Kassenprüfer            Fritz Oevermann

Der 1. Vorsitzende übernahm die Wahl des Offizierskorps. Einstimmig wurden wieder gewählt:

Kommandeur und Oberst Alfred Vespermann
stellvertretender Kommandeur und Oberstleutnant Friedrich Meyerhoff
Major ehrenhalber Fritz Kobbe    
Major August Linneweh
Zugführer und Hauptmann Karl Rost    
Oberstleutnant Karl Hofmann        
Adjutant und Oberleutnant Ernst Kobbe    

Auf der Versammlung am 26. Mai 1956 wurden u.a. Karl Rost zum 1. Schriftführer und Werner Meyerhof zum Jugendleiter gewählt. Auf Vorschlag wurde der Fahnenträger Hermann Blumenthal ins Offizierskorps übernommen und zum Leutnant gewählt.

Auf der Generalversammlung am 18. Januar 1958 im Gasthaus „Alter Kanal“ legte der 1. Schriftführer Karl Rost sein Amt nieder; als dessen Nachfolger wurde Otto Diener einstimmig gewählt.

Auf Einladung des 2. Vorsitzenden Friedrich Meyerhoff wurde zum 23. Oktober 1959 eine außerordentliche Hauptversammlung in den "Alten Kanal" anberaumt; der Grund war der Rücktritt des bisherigen Vorstandes. Nach Verlesen von zwei Briefen an den 2. Vorsitzenden, worin die Gründe für die Niederlegung der Ämter begründet wurden, entstand eine längere Debatte, die mit aller Sachlichkeit geführt wurde. Schützenbruder Paul Weber fungierte sodann vorzüglich als Wahlleiter.

 


Es wurden gewählt:

1. Vorsitzender Wilhelm Fischer
Schatzmeister Karl Rost
Schriftführer Heinz Hahne
2. Schatzmeister Ernst Kobbe
2. Schriftführer Bodo Meyer

Das Amt des Oberschießmeisters soll vom Vorsitzenden nebenbei weitergeführt werden. Der neue 1. Vorsitzende stellte die Bedingung, dass in der Generalversammlung im Januar 1960 eine Neuwahl des gesamten Vorstandes nochmals vorgenommen werden sollte, auch weil zu diesem Zeitpunkt sowieso Neuwahlen erforderlich seien. Gleichzeitig wurde der Wunsch ausgesprochen, dass dann auch der zurückgetretene Vorstand anwesend sei.

Das ereignisreiche Jahr 1959 wurde mit einem Rundschreiben an alle Mitglieder und dem Wahlspruch für 1960 "FEST UND TREU ZUSAMMENSTEHEN" beschlossen.

Gut besucht war die am 16. Januar 1960 angesetzte Generalversammlung. Selten war eine Versammlung in ihren Beschlüssen so einmütig. Die Neuwahlen zum Vorstand wurden fast alle einstimmig vorgenommen.

Am 17. Februar 1984 trat ein Wechsel in der Führung ein, da bei der Generalversammlung im "Alten Kanal" der bisherige  1. Vorsitzende Wilhelm Fischer nicht wieder kandidierte.

Unter der Leitung von Wilhelm Fischer wurde der gesamte Vorstand neu gewählt; ihm zur Seite standen als Helfer: Max Künstler, Ernst Kobbe und Cornelia Busch.

Der geschäftsführende Vorstand wurde in geheimer Wahl gewählt und brachte folgendes Ergebnis:

1. Vorsitzender        Gerhard Franken
2. Vorsitzender        Horst Gimmel
1. Schatzmeister        Gerald Schewe
1. Schriftführerin        Edeltraut Schur
Schießsportleiter        Adolf Dörlitz

Die Wahlen zum erweiterten Vorstand fanden offen durch Handzeichen statt und fielen wie folgt aus:

2. Schatzmeister Herbert Strauß
2. Schriftführer Hermann Strube
Oberschaffer Klaus-Eckehardt Schmidt
Schafferrat-Blockwahl Gisela Zittlau, Ilse Dörlitz, Joachim Seifert, Gerhard Mues, Gunda Zodrow und Dorothea Hoffmann
Offizierskorps-Blockwahl Ernst Kobbe, Albert Kusel, Herbert Strauß, Günter Zittlau, Heinz Hahne, Walter Schumacher, Herbert Walter, Günter Meyerhoff und Kurt Felgentreu
Schießmeister-Blockwahl Kurt Felgentreu, Lothar Dörlitz, Klaus-Eckehardt Schmidt, Nora Felgentreu, Dorothea Hoffmann, Heinz Schröder,    Margrit Schmidt, Ulla Seeler, Herta Voß                       und Harald Levermann
Damenleiterin        Margrit Schmidt
Jugendleiter        Klaus-Eckehardt Schmidt
Schießstandwarte        Otto Krüger, Günter Meyerhoff und Willi Linneweh
Spielmannszugführer    Albert Kusel
Bezirkskassierer        Ernst Kobbe und Herbert Strauß
Kassenprüfer        Cornelia Busch und Otto Tipp
Ehrenrat-Blockwahl    Gerhard Franken, Fritz Gronholz, Herbert Walter,                     Günter Zittlau und Hilde Schumacher
Waffenwart        Adolf Dörlitz
Fahnenträger/Begleiter    Günter Zittlau, Fritz Gronholz und Gerhard Mues
Kanoniere        Kurt Sucker und Erich Schiemann


Wilhelm Fischer überreichte dem neuen Vorsitzenden Gerhard Franken als äußeres Symbol der Übergabe der Geschäfte die Tischglocke.
Auf Vorschlag von Gerhard Franken wurde Wilhelm Fischer von der Versammlung einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

Der neue Vorstand nahm umgehend die Arbeit auf. Als erstes großes Thema stand eine Schießstanderweiterung ins Haus; es sollte eine neue, moderne und wettkampfgerechte Schießsportanlage werden. Wovon bereits die Gründer im Jahre 1952 träumten, sollte nun Realität werden.
In der Versammlung am 23. Januar 1987 im "Cafe Urban" wurde nach z.T. leidenschaftlichen und trotzdem sachbezogenen Diskussionen, wobei natürlich auch das liebe Geld und die Finanzierung breiten Raum einnahm, fast einstimmig entschieden: "Es wird gebaut!"

Daten über den Sportstättenbau:

Bauträger:        Schützenverein e.V. Celle-Wietzenbruch

1985 - 1987        Verhandlung über die Erbbaupacht mit der Stadt Celle
1987 - 01.1989        Bauplanung und Vorbereitung
16.12.1988        Teilbaugenehmigung der Stadt Celle
13.04.1989        Baugenehmigung der Stadt Celle
21.01.1989        "Erster Spatenstich"
11.02.1989        "Grundsteinlegung"
12.08.1989        "Richtfest"
27.09.1990        Inbetriebnahme der LG-Stände
17.05.1992Inbetriebnahme der KK-Anlage

 

 


Zum ersten Mal in der Geschichte der Wietzenbrucher Schützen  wurde das Schützenfest nicht im Zelt gefeiert, sondern im eigenen Haus. Der erste Vorsitzende Gerhard Franken konnte beim Königsessen den Stolz über die neue
Errungenschaft nicht leugnen. „Wir mussten weder Kredit aufnehmen noch die Mitglieder zu Zwangsarbeiten verpflichten“, wies er auf die vielen helfenden Hände hin, die an der, wie es augenzwinkernd hieß, „Union von Wietzenbruch“ mitgearbeitet haben. Am 22. August 1992 sollte das neue Schützenheim offiziell eingeweiht werden, doch die neue Schießsportanlage war schon in Betrieb, als die neuen Könige ausgeschossen wurden.

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